Franz Grillparzer
Das Kloster bei Sendomir

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Das Kloster bei Sendomir

Das Kloster bei Sendomir

1817

Der arme Spielmann

Der arme Spielmann

1848

Die zweite von Grillparzer verfasste Novelle ist "Das Kloster bei Sendomir".
Ein Mönch des Klosters erzählt zwei Reitern die Geschichte vom Grafen Starschensky und seiner Frau. Der Graf begegnete in Warschau dem wunderschönen Mädchen Elga, in das er sich sehr verliebte. Einige Zeit nach der Vermählung gebar ihm Elga ein blondgelocktes Mädchen mit großen schwarzen Augen. Als er eines Tages ein Bild von Oginsky, einem entfernteren Verwandten Elgas, entdeckte, fiel ihm dessen Ähnlichkeit mit seiner Tochter auf. Es kam ihm der Verdacht auf ein Verhältnis Elgas mit Oginsky. Er ließ die Sache nicht auf sich beruhen und ging in der Nacht zusammen mit Frau und Kind zu der Warte in der Nähe des Schlosses, in der sich Oginsky versteckt hielt. Dort fand er ein Schriftstück, in dem sich dieser zum verbotenen Verhältnis mit seiner früheren Liebe Elga bekannte. Vor Wut entbrannt stieß der Graf seiner Frau Elga den Säbel in die Seite und steckte die Warte in Brand. Nur das kleine Mädchen und der Graf konnten den Flammen entrinnen. An der Stelle, wo die Warte stand, stiftete er ein Kloster, in dem er selbst Mönch wurde. In der Einsamkeit der Klosterzelle büßte der zum Wahnsinn getriebene Graf für seine grausame Tat.

Das Problem von Wahrheit und Lüge ist für die Novelle "Das Kloster bei Sendomir" ebenso zentral wie für manche von Grillparzers Dramen. Durch die Ermordung seiner Frau greift Graf Starschensky in die göttliche Ordnung ein, wofür er mit seinen Seelenqualen büßen muss. Diese Novelle wurde von Gerhart Hauptmann unter dem Titel "Elga" dramatisiert.