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Blanka von Kastilien |
Jugenddrama 1807-1809 |

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Die Ahnfrau |
1817 |

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Sappho |
1818 |

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Das goldene Vlies |
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Melusina |
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König Ottokars Glück und Ende |
1825 |

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Treuer Diener seines Herrn |
1830 |

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Des Meeres und der Liebe Wellen |
1831 |

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Libussa |
1848 - Erstaufführung 1874 |
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Feldmaschall Radetzky |
1848 |

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Jüdin von Toledo |
Entstehung über viele Jahre |

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Der Traum, ein Leben |
1834 |

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Weh dem, der lügt |
Uraufführung 6.3.1838 |

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Bruderzwist in Habsburg |
1848 |
"Das goldene Vlies", Grillparzers umfangreichstes Werk, bildet zusammen mit dem Vorspiel "Der Gastfreund" und der Ehetragödie "Medea" eine Trilogie. Die antiken Vorlagen dafür stellen das Argonautenepos des Apollonios Rhodios und die Medea des Euripides.
Im ersten Teil des goldenen Vlieses, dem "Gastfreund", kommt der Grieche Phryxos auf Befehl Apollons mit dem goldenen Widderfell nach Kolchis zu König Aietes, der ihn ermorden lässt, womit er eine Verletzung des Gastrechts begeht. Der Fluch des Phryxos lastet nun schwer auf Aietes, dem Vater Medeas.
In den "Argonauten" werden die Griechen mit dem Schiff Argo unter der Führung Jasons nach Kolchis geschickt, um das Goldene Vlies zurückzuholen, weshalb sich Jason in Medea verliebt.
Im Ehedrama "Medea" kommt der Argonautenführer Jason als Schutzflehender und Verbannter mit seiner Gattin Medea, den beiden Kindern und deren Amme auf der Flucht nach Korinth an den Hof König Kreons und bittet ihn um gastliche Aufnahme. Dort trifft Jason seine Jugendgeliebte Kreusa, die Tochter Kreons, wieder, welche die Kinder Jasons sehr herzlich aufnimmt, worauf Medea in Zorn entbrennt. Medea fühlt sich in Griechenland von den Menschen, deren Sitten sie nicht kennt, als Barbarin verstoßen. Kreon erklärt sich zwar bereit, Jason und den beiden Kindern Zuflucht zu gewähren, will aber Medea Kreusa zuliebe wieder fortschicken. Ein Herold aus Iolkos kommt an den Hof Kreons und erzählt ihm von den Greueltaten Jasons und Medeas und erteilt ihm den Befehl, die beiden vom Königshof zu vertreiben. Die vom Hof verwiesene Medea beauftragt die Amme, Kreusa ein Gefäß mit entflammbarem Inhalt zu bringen, um ihre Nebenbuhlerin zu beseitigen. In ihrer inneren Zerrissenheit ermordet sie auch ihre beiden Kinder. Am Ende des Dramas bringt Medea einsam und verlassen das Goldene Vlies zum Heiligtum des Apollo nach Delphi.
In den folgenden Versen schildert Medea ihrer Nebenbuhlerin Kreusa Iason als einen egoistischen Tatenmenschen und rücksichtslosen Individualisten, der sich zum Maß aller Dinge macht und sich über Grenzen hinwegsetzt.
"Du kennst ihn nicht, ich aber kenn ihn ganz.
Nur er ist da, er in der weiten Welt
Und alles andere nichts als Stoff zu Taten.
Voll Selbstheit, nichts des Nutzens, nichts des Sinns,
spielt er mit seinem und der andern Glück.
Lockt`s ihn nach Ruhm, so schlägt er einen tot,
will er ein Weib, so holt er eine sich,
was auch darüber bricht, was kümmert`s ihn!
Er tut nur Recht, doch Recht ist, was er will."
Der Gegensatz von Griechen und Barbaren, von humaner Kultur und wilder Natur wird in der "Medea" deutlich herausgearbeitet. Die Trilogie "Das Goldene Vlies" zeichnet den Weg von der Humanität mit Delphi und Apollo als Symbol, über die Nationalität mit dem Gegensatz von Griechen- und Barbarentum zur Bestialität mit dem Kindermord Medeas nach.
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